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17. August 2026 | Allgemein

15, 20 oder 30 %? Welche Holzfeuchte ist ideal und was gilt für Briketts und Pellets?


Rußige Kaminscheiben, qualmender Rauch und wenig Wärme – häufig steckt nicht der Ofen dahinter, sondern zu feuchtes Holz. Doch ab wann ist Brennholz trocken genug für den Kaminofen? Und warum bedeuten 20 % Wassergehalt etwas anderes als 20 % Holzfeuchte? Für Scheitholz, Holzbriketts und Pellets gelten dabei ganz unterschiedliche Werte.

Was ist der Unterschied zwischen Holzfeuchte und Wassergehalt?

Holzfeuchte und Wassergehalt beschreiben beide, wie viel Wasser im Holz steckt, berechnen diesen Anteil aber unterschiedlich. Beim Wassergehalt bezieht man das Wasser auf das gesamte Gewicht des feuchten Holzes. Bei der Holzfeuchte dient dagegen das Gewicht des vollständig trockenen Holzes als Bezugswert. Deshalb ist die Prozentangabe der Holzfeuchte bei derselben Holzprobe immer höher als der Wassergehalt.

Rechenbeispiel

Ein Holzscheit wiegt 1.000 Gramm und enthält 200 Gramm Wasser. Die übrigen 800 Gramm sind trockenes Holz.
Der Wassergehalt entspricht somit 200g ÷ 1000g = 0,20 = 20%.
Die Holzfeuchte beträgt dagegen 200g ÷ 800g = 0,25 = 25%.

20 Prozent Wassergehalt und 25 Prozent Holzfeuchte können also exakt denselben Zustand des Brennholzes beschreiben.

Welche Holzfeuchte ist bei Brennholz ideal?

Für übliches Scheitholz im Kamin- oder Holzofen ist ein Wassergehalt von etwa 15 bis 20 Prozent eine gute Orientierung. Das Technologie- und Förderzentrum Bayern (TFZ) weist darauf hin, dass die meisten Anlagen für lufttrockenes Holz mit einem Wassergehalt zwischen 12 und 20 Prozent ausgelegt sind. Auch das Umweltbundesamt nennt für optimal getrocknetes Brennholz einen Wasseranteil von etwa 15 bis 20 Prozent.

Ob ein Scheit nun 15, 17 oder 20 Prozent Wassergehalt aufweist, spielt in diesem Bereich keine Rolle. Das Holz ist ausreichend trocken. Ein noch niedrigerer Wert bringt nicht automatisch einen Vorteil. Entscheidend ist, dass das Holz ausreichend und möglichst gleichmäßig durchgetrocknet ist und den Vorgaben der jeweiligen Feuerstätte entspricht.

Was bedeuten 25 oder 30 % bei Brennholz?

Bei 25 Prozent kommt es darauf an, welcher Wert gemeint ist. 25 Prozent Holzfeuchte entsprechen etwa 20 Prozent Wassergehalt und liegen damit noch im üblichen Bereich für trockenes Scheitholz. Auch die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) verwendet den Feuchtegehalt bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht und nennt grundsätzlich einen Wert von unter 25 Prozent.

30 Prozent Wassergehalt sind dagegen deutlich zu viel. Ein Teil der beim Verbrennen frei werdenden Energie wird zunächst benötigt, um das enthaltene Wasser zu erwärmen und zu verdampfen. Das Holz brennt schlechter an, die nutzbare Wärmeausbeute sinkt und die Verbrennung läuft ungünstiger ab.

Deshalb lohnt sich bei Prozentangaben immer ein zweiter Blick: 25 Prozent Holzfeuchte sind etwas anderes als 25 Prozent Wassergehalt.

Wie viel Energie verschiedene Holzarten grundsätzlich liefern und worin sich Heizwert und Brennwert unterscheiden, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber zu den Brennwerten und Heizwerten verschiedener Holzarten.

Wie misst man die Holzfeuchte richtig?

Ein handelsübliches elektrisches Holzfeuchtemessgerät kann für die Kontrolle zu Hause eine nützliche Orientierung geben. Entscheidend ist jedoch die richtige Messung. Die Oberfläche eines Scheits kann wesentlich trockener sein als sein Inneres.

Für einen aussagekräftigeren Wert wird ein Scheit frisch gespalten und anschließend auf der neu entstandenen Innenfläche gemessen. Idealerweise werden mehrere Scheite aus unterschiedlichen Bereichen des Holzstapels kontrolliert. So lässt sich besser erkennen, ob das Brennholz tatsächlich gleichmäßig trocken ist.

Vor der ersten Messung lohnt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung. Nicht jedes Gerät verwendet die Begriffe Holzfeuchte, Brennstofffeuchte, Restfeuchte und Wassergehalt einheitlich. Nur wenn klar ist, was das Gerät tatsächlich anzeigt, lässt sich der Messwert mit Empfehlungen oder Grenzwerten vergleichen.

Holzfeuchte bei Brennholz mit Feuchtemessgerät prüfen

Stellt sich bei der Messung heraus, dass das Holz noch zu feucht ist, kommt es auf die richtigen Lagerbedingungen an. Wie Scheitholz vor Regen geschützt wird und trotzdem ausreichend Luft bekommt, zeigen wir im Ratgeber "Brennholz richtig lagern".

Welche Feuchtigkeit ist bei Holzbriketts ideal?

Für Holzbriketts gelten deutlich niedrigere Werte als für luftgetrocknetes Scheitholz. Die Presslinge werden aus zerkleinertem Holz hergestellt und unter hohem Druck verdichtet. Der Wassergehalt des Ausgangsmaterials und des fertigen Brennstoffs ist daher wesentlich niedriger als bei üblichen Holzscheiten.
Die DIN EN ISO 17225-3 unterscheidet bei Holzbriketts verschiedene Qualitätsklassen. Nach Angaben des Technologie- und Förderzentrums Bayern darf der Wassergehalt im Anlieferungszustand bei Holzbriketts der Klasse A1 höchstens 12 Prozent betragen. Für die Klassen A2 und B liegt der Grenzwert bei 15 Prozent.

Neben dem Wassergehalt unterscheiden sich Holzbriketts auch durch Rohstoff, Form und Pressverfahren. Welche Varianten erhältlich sind und worin ihre jeweiligen Eigenschaften liegen, zeigt unser Überblick über die verschiedenen Arten von Holzbriketts.

Wie viel Feuchtigkeit dürfen Holzpellets enthalten?

Bei ENplus-zertifizierten Holzpellets darf der Wassergehalt maximal 10 Prozent betragen. Dieser Grenzwert gilt für die Qualitätsklassen ENplus A1, A2 und B. Pellets sind damit nochmals trockener als typisches Scheitholz und müssen nach dem Kauf nicht weiter getrocknet werden.

Der Wassergehalt ist allerdings nur eines von mehreren Merkmalen, die bei Pellets eine Rolle spielen. Wie der Brennstoff hergestellt wird, welche Qualitätseigenschaften relevant sind und was beim Einsatz zu beachten ist, erklären wir ausführlicher im Ratgeber "Heizen mit Holzpellets".

Fazit

Beim Kauf von Brennholz ist eine konkrete Angabe zum Wassergehalt aussagekräftiger als Bezeichnungen wie „trocken“ oder „ofenfertig“. Wer selbst nachmisst, sollte mehrere Scheite frisch spalten und auf der Innenfläche prüfen. Bei Holzbriketts und Pellets kommt es dagegen vor allem darauf an, die bereits niedrige Feuchtigkeit durch eine trockene Lagerung zu erhalten. Unabhängig vom Brennstoff gilt: Verwendet werden sollte nur Material, für das die jeweilige Feuerstätte zugelassen ist.

Häufige Fragen zur Holzfeuchte bei Brennholz

Wie feucht ist frisch geschlagenes Holz?

Frisches Holz kann einen Wassergehalt von etwa 50 Prozent aufweisen. Das bedeutet: Bei einem Kilogramm Holz entfallen beispielsweise 500 Gramm auf Wasser und 500 Gramm auf trockene Holzmasse. Bezogen auf das Trockengewicht entspricht das einer Holzfeuchte von 100 Prozent. Der Wert zeigt anschaulich, warum Wassergehalt und Holzfeuchte nicht miteinander gleichgesetzt werden dürfen.

Wie lange muss Brennholz trocknen, bis es verbrannt werden kann?

Die notwendige Trocknungszeit lässt sich nicht pauschal festlegen. Sie hängt unter anderem von Holzart, Scheitgröße, Zeitpunkt des Spaltens und Lagerbedingungen ab. Entscheidend ist deshalb weniger, ob das Holz beispielsweise ein oder zwei Jahre gelagert wurde, sondern welchen Wassergehalt es tatsächlich erreicht hat. Gut belüftetes, vor Niederschlag geschütztes und frühzeitig gespaltenes Holz trocknet wesentlich besser als dicht gestapeltes oder schlecht belüftetes Holz.

Kann Brennholz nach dem Trocknen wieder feuchter werden?

Holz ist hygroskopisch und kann Feuchtigkeit aus seiner Umgebung aufnehmen und wieder abgeben. Selbst bereits trockenes Brennholz kann daher bei ungünstiger Lagerung wieder feuchter werden. Ein trockener, gut belüfteter und vor Regen geschützter Lagerplatz bleibt deshalb auch nach dem eigentlichen Trocknen wichtig.

Warum sollte Brennholz nicht im Keller getrocknet werden?

Frisches Brennholz gibt während der Trocknung erhebliche Mengen Feuchtigkeit an seine Umgebung ab. In einem schlecht belüfteten Keller kann diese Feuchtigkeit nicht ausreichend entweichen und die Luftfeuchtigkeit stark erhöhen. Frisches Holz sollte deshalb zunächst an einem luftigen, vor Niederschlag geschützten Ort trocknen. Ein geeigneter trockener Innenraum kommt eher für bereits ausreichend getrocknetes Brennholz infrage.

Beeinflusst die Holzart, wie schnell Brennholz trocknet?

Ja, allerdings ist die Holzart nur einer von mehreren Faktoren. Ebenso wichtig sind Scheitstärke, Spaltung, Luftzirkulation und Lagerung. Besonders große oder ungespaltene Stücke trocknen langsamer, weil Feuchtigkeit aus dem Inneren einen längeren Weg nach außen zurücklegen muss. Wer die Trocknung beschleunigen möchte, sollte Brennholz daher möglichst früh auf die später benötigte Scheitgröße spalten.