Brennwerte und Heizwerte der verschiedenen Holzarten

Buche, Eiche, Birke oder Fichte unterscheiden sich nicht nur beim Brennverhalten. Auch Dichte, Heizwert und Energiegehalt pro Raummeter fallen unterschiedlich aus. Dieser Überblick zeigt, wie sich die wichtigsten Kennzahlen einordnen lassen und welche Holzarten zu verschiedenen Einsatzzwecken passen.
Was ist der Unterschied zwischen Heizwert und Brennwert?
Heizwert und Brennwert beschreiben die bei der Verbrennung nutzbare beziehungsweise frei werdende Energie. Der Unterschied liegt darin, wie die im Abgas enthaltene Feuchtigkeit berücksichtigt wird.
Der Heizwert gibt die nutzbare Wärmemenge an, ohne die Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs einzubeziehen. Beim Brennwert wird diese zusätzliche Wärmemenge berücksichtigt. Deshalb liegt der Brennwert eines Brennstoffs über seinem Heizwert.
Beim Vergleich von Scheitholz ist außerdem die Bezugsgröße entscheidend. Ein Wert in Kilowattstunden pro Kilogramm (kWh/kg) sagt aus, wie viel Energie eine bestimmte Holzmasse liefert. Der Wert pro Raummeter (kWh/Rm) berücksichtigt dagegen, wie viel Holzmasse in einem bestimmten Volumen steckt. Gerade beim Brennholzkauf ist diese zweite Betrachtung besonders interessant.
Was sagen Dichte, Heizwert und Energiegehalt aus?
Die Dichte beschreibt vereinfacht, wie viel Holzmasse in einem bestimmten Volumen steckt. Dichtere Holzarten bringen bei gleichem Volumen mehr Masse auf die Waage als leichtere Arten. Deshalb kann ein Raummeter dichtes Laubholz mehr Energie enthalten als ein Raummeter leichteres Nadelholz.
Der Heizwert in kWh/kg betrachtet dagegen ein Kilogramm Holz. Hier liegen die verschiedenen Holzarten wesentlich näher beieinander. Nadelhölzer können massebezogen sogar höhere Werte erreichen. Entscheidend dafür sind unter anderem ihre höheren Anteile an Lignin und Harz.
Wie stark sich die Bezugsgröße auf den Vergleich auswirkt, zeigt die folgende Übersicht. Die Werte der Grafik beziehen sich auf Brennholz mit einer Restfeuchte von etwa 16 bis 20 Prozent.
Die angegebenen Kennwerte sind Richtwerte. Natürliche Schwankungen sowie Unterschiede bei Feuchtigkeit, Dichte und Aufbereitung können die tatsächlichen Werte beeinflussen.
Welche Holzart eignet sich als Brennholz?
Viele heimische Laub- und Nadelhölzer eignen sich als Brennholz. Unterschiede zeigen sich vor allem bei Energiegehalt, Brenndauer, Glutbildung und Entzündungsverhalten. Dichtere Hölzer bieten viel Energie auf vergleichsweise kleinem Raum. Leichtere Nadelhölzer lassen sich häufig schneller entzünden und geben ihre Energie zügiger ab.
Buche
Buche auf einen Blick*
- Dichte bei ca. 16–20 % Restfeuchte: ca. 525 kg/m³
- Brennwert: ca. 4,0 kWh/kg
- Heizwert: ca. 3,7 kWh/kg
- Heizwert pro Raummeter: ca. 1.945 kWh/Rm
- Typischer Einsatzzweck: längere und gleichmäßige Heizphasen
* Kennwerte gemäß der im Beitrag verwendeten Vergleichstabelle für Brennholz mit ca. 16–20 % Restfeuchte. Werte sind als Richtwerte zu verstehen.
Vorteile:
- ruhiger und gleichmäßiger Abbrand
- gute Glutbildung
- hoher Energiegehalt pro Raummeter
- vielseitig für Kamin- und Holzöfen einsetzbar
Nachteile:
- entzündet sich langsamer als leichtes Nadelholz
- benötigt eine sorgfältige Trocknung
Birke
Birke auf einen Blick*
- Dichte bei ca. 16–20 % Restfeuchte: ca. 442 kg/m³
- Brennwert: ca. 4,3 kWh/kg
- Heizwert: ca. 4,0 kWh/kg
- Heizwert pro Raummeter: ca. 1.759 kWh/Rm
- Typischer Einsatzzweck: Kaminöfen und sichtbares Kaminfeuer
* Kennwerte gemäß der im Beitrag verwendeten Vergleichstabelle für Brennholz mit ca. 16–20 % Restfeuchte. Werte sind als Richtwerte zu verstehen.
Vorteile:
- lebhaftes und attraktives Flammenbild
- gute Brenneigenschaften für Kaminöfen
- geringe Neigung zu Funkenspritzern
- durch die charakteristische helle Rinde auch dekorativ
Nachteile:
- geringerer Energiegehalt pro Raummeter als Buche oder Eiche
- für besonders lange Heizintervalle weniger ausdauernd als sehr dichte Holzarten
Eiche
Eiche auf einen Blick*
- Dichte bei ca. 16–20 % Restfeuchte: ca. 500 kg/m³
- Brennwert: ca. 4,2 kWh/kg
- Heizwert: ca. 3,9 kWh/kg
- Heizwert pro Raummeter: ca. 1.945 kWh/Rm
- Typischer Einsatzzweck: lange Heizphasen und ausdauernde Glut
* Kennwerte gemäß der im Beitrag verwendeten Vergleichstabelle für Brennholz mit ca. 16–20 % Restfeuchte. Werte sind als Richtwerte zu verstehen.
Vorteile:
- lange Brenndauer
- ausdauernde Glut
- hoher Energiegehalt pro Raummeter
- gut für längere Heizphasen geeignet
Nachteile:
- weniger lebhaftes Flammenbild als beispielsweise Birke
- lässt sich weniger leicht entzünden als Nadelholz
- benötigt eine sorgfältige Trocknung
Fichte
Fichte auf einen Blick*
- Dichte bei ca. 16–20 % Restfeuchte: ca. 378 kg/m³
- Brennwert: ca. 4,5 kWh/kg
- Heizwert: ca. 4,2 kWh/kg
- Heizwert pro Raummeter: ca. 1.482 kWh/Rm
- Typischer Einsatzzweck: Anheizen und schneller Wärmebedarf
* Kennwerte gemäß der im Beitrag verwendeten Vergleichstabelle für Brennholz mit ca. 16–20 % Restfeuchte. Werte sind als Richtwerte zu verstehen.
Vorteile:
- gut entzündlich
- schnelle Wärmeentwicklung
- gut zum Anheizen geeignet
- hoher Brenn- und Heizwert pro Kilogramm
Nachteile:
- schnellerer Abbrand als bei dichtem Laubholz
- geringerer Energiegehalt pro Raummeter
- harzreiches Holz kann zu Funkenspritzern neigen
Kiefer
Kiefer auf einen Blick*
- Dichte bei ca. 16–20 % Restfeuchte: ca. 386 kg/m³
- Brennwert: ca. 4,4 kWh/kg
- Heizwert: ca. 4,1 kWh/kg
- Heizwert pro Raummeter: ca. 1.574 kWh/Rm
- Typischer Einsatzzweck: Anheizen und zügige Wärmeentwicklung
* Kennwerte gemäß der im Beitrag verwendeten Vergleichstabelle für Brennholz mit ca. 16–20 % Restfeuchte. Werte sind als Richtwerte zu verstehen.
Vorteile:
- gute Entzündlichkeit
- schnelle Wärmeentwicklung
- gut zum Anheizen geeignet
- etwas höherer Energiegehalt pro Raummeter als Fichte
Nachteile:
- kürzere Brenndauer als dichtes Laubholz
- geringerer Energiegehalt pro Raummeter als Buche oder Eiche
- durch den Harzgehalt kann Funkenspritzen auftreten
Esche, Ahorn, Erle und Lärche
Auch andere Holzarten sind als Brennholz interessant. Die Vergleichstabelle weist beispielsweise für Esche einen Heizwert von rund 3,9 kWh/kg und etwa 1.945 kWh/Rm aus. Ahorn kommt auf rund 3,8 kWh/kg beziehungsweise 1.759 kWh/Rm. Erle ist mit rund 1.389 kWh/Rm deutlich leichter, während Lärche mit etwa 4,1 kWh/kg und 1.574 kWh/Rm ähnliche Werte wie Kiefer erreicht.
Die Zahlen zeigen zugleich, warum die Holzart nicht allein anhand des Heizwerts pro Kilogramm beurteilt werden sollte. Für Lagerplatz, Brenndauer und Brennholzkauf ist die volumenbezogene Betrachtung mindestens ebenso interessant.
Hartholz oder Weichholz: Was ist besser zum Heizen?
Hartholz wird häufig pauschal als energiereicher bezeichnet. Das greift zu kurz. Pro Kilogramm liegen die Brenn- und Heizwerte der verschiedenen Holzarten relativ nah beieinander. Die folgende Grafik macht den Unterschied beim Brennwert pro Kilogramm sichtbar.

Fichte erreicht in dieser Vergleichsgrundlage mit etwa 4,5 kWh/kg beispielsweise einen höheren Brennwert als Buche mit rund 4,0 kWh/kg. Daraus folgt jedoch nicht, dass ein Raummeter Fichte mehr Energie liefert. Entscheidend ist die wesentlich geringere Dichte.
Bei der volumenbezogenen Betrachtung dreht sich das Bild entsprechend: Der Heizwert eines Raummeters Buche wird in der verwendeten Tabelle mit rund 1.945 kWh angegeben, bei Fichte sind es etwa 1.482 kWh. Wer Brennholz nach Raummeter kauft oder nur begrenzten Lagerplatz zur Verfügung hat, sollte deshalb nicht allein auf kWh/kg achten.
Leichtere Nadelhölzer haben wiederum praktische Vorteile. Sie lassen sich gut entzünden und eignen sich beispielsweise zum Anheizen. Dichte Laubhölzer sind besonders interessant, wenn über längere Zeit geheizt und seltener nachgelegt werden soll.
Wie stark beeinflusst die Holzfeuchte den Heizwert?
Die Holzart ist nur ein Faktor. Mindestens ebenso wichtig ist, wie viel Wasser das Brennholz noch enthält. Bei der Verbrennung muss dieses Wasser erwärmt und verdampft werden. Mit zunehmendem Wassergehalt sinkt deshalb der Heizwert je Kilogramm deutlich.
Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft nennt für lufttrockenes Brennholz mit 15 bis 20 Prozent Wassergehalt einen durchschnittlichen Heizwert von rund 4 kWh/kg. Frisch geschlagenes Holz mit einem Wassergehalt von 50 Prozent oder mehr erreicht dagegen nur etwa 2 kWh/kg.
Dabei werden zwei Begriffe häufig verwechselt: Holzfeuchte und Wassergehalt sind nicht dasselbe. Die Holzfeuchte setzt die enthaltene Wassermasse ins Verhältnis zur trockenen Holzmasse. Beim Wassergehalt wird sie dagegen auf die Gesamtmasse des feuchten Holzes bezogen. 25 Prozent Holzfeuchte entsprechen deshalb 20 Prozent Wassergehalt.
Diese Unterscheidung ist auch rechtlich relevant. Nach § 3 der 1. BImSchV dürfen die dort genannten Holzbrennstoffe grundsätzlich nur eingesetzt werden, wenn ihr Feuchtegehalt unter 25 Prozent bezogen auf das Trocken- beziehungsweise Darrgewicht liegt. Ausnahmen bestehen unter anderem für entsprechend ausgelegte automatisch beschickte Feuerungsanlagen.
Wer die Feuchtigkeit selbst kontrolliert, sollte sich nicht allein auf Risse, Gewicht oder Klang der Scheite verlassen. Aussagekräftiger ist eine Messung mit einem geeigneten Messgerät an der frisch gespaltenen Innenfläche eines Scheits.
Welche Holzart passt zu welchem Heizverhalten?
Aus Heizwert und Dichte allein lässt sich nicht die eine „beste“ Holzart bestimmen. Für die Praxis kommt es darauf an, welche Eigenschaften beim Heizen gefragt sind:
- Buche: ausgewogen für längere und gleichmäßige Heizphasen
- Eiche: für lange Brenndauer und ausdauernde Glut
- Birke: für Kaminöfen, bei denen auch das Flammenbild wichtig ist
- Fichte und Kiefer: zum Anheizen und für eine schnelle Wärmeentwicklung
Verschiedene Holzarten lassen sich dabei auch miteinander kombinieren. Leicht entzündliches Nadelholz kann das Feuer schnell in Gang bringen. Anschließend sorgen dichtere Laubholzscheite für einen langsameren und länger anhaltenden Abbrand.
Worauf sollte man beim Vergleich von Brennholz achten?
Ein hoher Heizwert allein macht noch kein passendes Brennholz. Beim Kauf sollten auch Wassergehalt, Mengeneinheit, Scheitlänge und Aufbereitung berücksichtigt werden. Besonders wichtig ist die Verkaufseinheit: Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter bezeichnen unterschiedliche Holzmengen und dürfen bei einem Preisvergleich nicht einfach gleichgesetzt werden.
Auch der Lagerplatz spielt eine Rolle. Wer nur begrenzten Raum zur Verfügung hat, kann von einer Holzart mit hohem Energiegehalt pro Raummeter profitieren. Wird dagegen vor allem Holz zum Anheizen gesucht, können leichtere Nadelhölzer die praktischere Wahl sein.
Fazit
Ob eine Holzart viel Energie liefert, hängt davon ab, wie man sie vergleicht. Pro Kilogramm erreichen Nadelhölzer teilweise höhere Brenn- und Heizwerte als dichte Laubhölzer. Pro Raummeter profitieren Buche, Eiche und andere schwere Holzarten dagegen von ihrer höheren Dichte. Für die Praxis sind deshalb Holzart, Wassergehalt und Bezugsgröße gemeinsam zu betrachten. Wer zusätzlich das gewünschte Brennverhalten berücksichtigt, kann Brennholz wesentlich gezielter auswählen.




