PEFC oder FSC? Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Zertifikate

Wer Brennholz, Holzbriketts oder Holzpellets kauft, begegnet früher oder später den Siegeln PEFC und FSC. Beide stehen für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft und nachvollziehbare Lieferketten. Doch worin unterscheiden sich die beiden Zertifizierungssysteme eigentlich? Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Gemeinsamkeiten und Unterschiede verständlich und zeigt, welche Bedeutung die beiden Siegel für Verbraucher haben.
Warum sind Holz-Zertifizierungen überhaupt wichtig?
Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Zertifizierungssysteme wie PEFC und FSC schaffen nachvollziehbare Standards für die Herkunft des Holzes und die Dokumentation der Lieferkette. Für Verbraucher bieten die Siegel eine wichtige Orientierung beim Kauf von Brennholz, Holzbriketts und Holzpellets.
Was bedeuten PEFC und FSC?
PEFC und FSC sind international anerkannte Zertifizierungssysteme für nachhaltige Waldwirtschaft. Sie bestätigen, dass Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt und entlang der Lieferkette nachvollziehbar verarbeitet und gehandelt wird.
Dabei wird nicht nur der Wald selbst betrachtet. Entscheidend ist auch, dass die Herkunft des Holzes entlang der gesamten Lieferkette nachvollziehbar bleibt. Diese kontrollierte Lieferkette wird als Chain of Custody bezeichnet.
Warum gibt es zwei verschiedene Holzsiegel?
PEFC und FSC sind unabhängig voneinander entstanden und haben jeweils eigene Strukturen entwickelt.
PEFC basiert auf nationalen Standards, die an die jeweiligen Gegebenheiten eines Landes angepasst werden. Diese Standards werden regelmäßig überprüft und von PEFC International anerkannt.
FSC arbeitet mit weltweit geltenden Grundprinzipien, die durch nationale Standards ergänzt werden. Dadurch gelten zwar gemeinsame internationale Leitlinien, gleichzeitig können länderspezifische Besonderheiten berücksichtigt werden.
Beide Systeme verfolgen das Ziel, Wälder langfristig zu erhalten und die Herkunft von Holz transparent nachvollziehbar zu machen.
PEFC und FSC in Zahlen
Ein Blick auf die Verbreitung der beiden Zertifizierungssysteme:
- Rund 79 % der deutschen Waldfläche sind PEFC-zertifiziert (Stand: Mai 2026).
- Rund 11 % der deutschen Waldfläche sind FSC-zertifiziert.
- Weltweit gehört PEFC gemessen an der zertifizierten Waldfläche zu den größten Waldzertifizierungssystemen.
- Ein Teil der Waldflächen ist nach beiden Standards zertifiziert. Die Flächen lassen sich deshalb nicht einfach addieren.
Was bedeutet das Siegel auf einem Holzprodukt?
Ein PEFC- oder FSC-Siegel zeigt, dass für das jeweilige Produkt Anforderungen an die Herkunft des Holzes und an die Lieferkette erfüllt wurden. Je nach Zertifizierungssystem gibt es unterschiedliche Kennzeichnungen, beispielsweise für Holz aus zertifizierten Wäldern, für Mischprodukte oder für recycelte Materialien. Die jeweilige Zertifikatsnummer kann über die offiziellen Datenbanken von PEFC oder FSC überprüft werden.
Die beiden Zertifizierungen treffen aber keine Aussage über den Heizwert, die Restfeuchte oder die Verbrennungseigenschaften eines Brennstoffs. Sie bewerten ausschließlich die Herkunft des Holzes und die Nachvollziehbarkeit der Lieferkette. Beim Kauf von Holzbriketts, Holzpellets oder Brennholz spielen deshalb auch produktspezifische Qualitätsmerkmale eine wichtige Rolle.
Warum tragen nicht alle Holzprodukte ein Siegel?
Fehlt ein PEFC- oder FSC-Siegel, bedeutet das nicht automatisch, dass das Holz aus nicht nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Eine Kennzeichnung darf nur verwendet werden, wenn alle Anforderungen entlang der jeweiligen Lieferkette erfüllt sind. Umgekehrt trägt nicht jedes Holzprodukt automatisch ein Zertifizierungssiegel. Dafür müssen entlang der gesamten Lieferkette bestimmte Anforderungen erfüllt sein.
Warum werden transparente Lieferketten immer wichtiger?
Mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) steigen die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit von Holzprodukten. Zertifizierungssysteme wie PEFC und FSC können Unternehmen dabei unterstützen, die Herkunft ihrer Produkte nachvollziehbar zu dokumentieren. Die gesetzlichen Vorgaben ersetzen sie jedoch nicht.
PEFC und FSC bei Frankenbrennstoffe
Die Metzner & Späth GmbH, Betreiber von Frankenbrennstoffe, ist sowohl PEFC- als auch FSC-zertifiziert. Damit wird die Einhaltung der jeweiligen Anforderungen an eine nachvollziehbare Produktkette für zertifizierte Holzprodukte dokumentiert.
Wenn Sie mehr über die einzelnen Zertifizierungen erfahren möchten, finden Sie ausführliche Informationen auf unseren Seiten zur PEFC-Zertifizierung sowie zur FSC-Zertifizierung.
Weiterführende Informationen
Fazit
Ob PEFC oder FSC: beide Zertifizierungssysteme schaffen Transparenz über die Herkunft von Holz und unterstützen eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung. Die Unterschiede liegen vor allem in ihrer Organisation und den jeweiligen Standards. Für Verbraucher ist deshalb weniger entscheidend, welches Siegel auf einem Produkt zu finden ist. Wichtiger ist, dass die Herkunft des Holzes nachvollziehbar dokumentiert ist und das Produkt den eigenen Qualitätsanforderungen entspricht.
